Ein Arboretum ist eine Pflanzensammlung, die aus Gehölzen und Sträuchern besteht, und als etwas Einzigartiges gibt es in den Medizingärten in Tranekær ein medizinisches Arboretum. Die Bäume und Sträucher sind um und zwischen den Themengärten gepflanzt, und fast alle Bäume und Sträucher in den Medizingärten haben heute oder hatten früher eine medizinische Bedeutung. Neben den rein medizinischen Inhaltsstoffen in Bäumen haben amerikanische Forscher herausgefunden, dass stark gestresste Menschen zur Ruhe kommen, wenn sie die Bäume betrachten, dass die Muskelspannung und Blutdruck und Herzfrequenz sinken.
Es dauert viele Jahre, bis ein Arboretum  „erwachsen“ ist, aber die Bäume in den Medizingärten sind auf einem guten Weg. Anfang 2017 gab es 82 verschiedene Hölzer mit 130 Bäumen sowie verschiedenen Sträuchern – plus Bäume in den einzelnen Themengärten.
Die Bäume des Arboretums werden so gepflanzt, dass sie schließlich ein sehr variantenreiches Bild von großen und kleinen Bäumen, von Nadel- und Laubbäumen, von Bäumen mit schönen oder kleinen und unscheinbaren Blüten sowie von Bäumen mit sehr unterschiedlichen Wachstumsformen ergeben. Im Laufe der Zeit werden die thematischen Gärten dann “Inseln” in einem bewaldeten Park ähneln.
EINIGE BEISPIELE
Den Ginkgobaum (Ginkgo biloba) gibt es seit 230 Millionen Jahren, und in den 1960er Jahren zeigten Forschungen, dass die Extraktion aus den Blättern die Blutzufuhr zum Gehirn erhöhte und angeblich Gedächtnis und Konzentration stärkte sowie Demenz linderte. Etwa acht Tonnen Ginkgoblätter werden jährlich geerntet, und Ginkgo-Präparate sind derzeit die meistverkauften Naturheilmittel.
Die Rinde der Silberweide (Salix alba) enthält Salicylsäure, die schmerzstillend ist, aber alle Weidenarten enthalten Salicylsäure. Im Frühjahr wurde die Rinde von zwei bis fünf Jahre alten Trieben geschält, und früher kaute man die Rinde. Die schmerzstillende Wirkung ist seit der Antike bekannt und die Weide wurde in der Volksmedizin verwendet. Im Jahr 1828 wurde Salicin aus der Rinde isoliert, und 1838 wurde Salicylsäure vom Salicin abgespalten. 1874 startete Bayer die Produktion von Salicylsäure zur Behandlung von Schmerzen, und 1899 kam Aspirin (Acetylsalicylsäure) auf dem Markt.
Das Arboretum besitzt zwei Kaiserbäume (Paulownia tomentosa), die bakterienhemmende Substanzen enthalten, die als hochwirksam gegen Tuberkulose gelten. Der Kaiserbaum hat sehr schöne blaue Blüten, die vor dem Blattaustrieb kommen, und seine Blätter können an einjährigen Trieben bis zu 50 cm groß werden und sind die größten Blätter auf einer Plantage in Dänemark.
Die Kornelkirsche (Cornus mas) bekommt dunkelbraune Kirschen, die eingelegt werden können, und die Früchte sind u. a. auf dem Balkan weit verbreitet wegen des sehr hohen Gehalts an Vitamin C. Die unreifen Früchte sind adstringierend (kontraktierend) und werden u. a. verwendet, um Erkältungen und Fieber zu bekämpfen.
Wenn Sie auf das grüne Feld unten klicken, finden Sie eine Übersicht aller Pflanzen im Arboretum der Medizingärten.
PFLANZENÜBERSICHT DES ARBORETUM
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